kulturregion südwestfalen

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Alte Brüderstraße in Freudenberg

Brauchtum / Heimatkultur

Alter Flecken
57258 Freudenberg (Westf.)

E-Mail: info@freudenberg-stadt.de
URL: www.freudenberg-stadt.de

Die alte Brüderstraße war ein Fernhandelsweg, der von Köln kommend im heutigen Kreis Siegen-Wittgenstein über Freudenberg bzw. Siegen in Richtung Marburg führte. Sie war die wichtigste Verbindung zwischen Rheinland und Hessen. Die Straße folgte den Pfaden, welche zur Zeit der fränkischen Besiedlung entstanden waren und meistens über Höhen liefen. Sie hat nur wenige Flusseinschnitte wie die Agger in Overath zu überqueren. Die Täler waren damals versumpft und kaum passierbar. Die Höhenwege hatten eine natürliche Entwässerung durch das Hanggefälle und ermöglichten trockene und feste Wege.

Die alten Handelswege waren dennoch bis in die Neuzeit in sehr schlechtem Zustand; nur im Hochsommer konnten sie mit Wagen oder Karren dauernd befahren werden. Auch die Jakobspilger, die auf ihrer Reise zum Grab des Apostels Jakobus im spanischen Santiago de Compostela von Marburg über Siegen nach Köln unterwegs waren, passierten nach dem mühsamen Aufstieg durch die steilen Hohlwege „die Schläge auf dem hohen Hain“, allerdings ohne Zoll zu zahlen, denn davon waren sie befreit.

Aus Angst vor Überfällen bevorzugten die Pilger die stark frequentierten Handelsstraßen mit ihren zahlreichen Herbergen entlang der Strecke. Somit gehörte auch die Brüderstraße zum Netz der Jakobspilgerwege, das seit dem 9. Jahrhundert ganz Europa überzog.

Im Gebiet der Stadt Freudenberg verläuft sie über: Hohenhain (unmittelbar nach Hohenhain kreuzt die Brüderstraße am Dicken Schlag / Alte Schanze die nassauische Landhecke) nach Freudenberg (im Stadtgebiet verlief sie durch den historischen Stadtkern „Alter Flecken“ über die Oranienstraße, Färberstraße, Oststraße). >>Infos zum 'Dicken Schlag' und zum 'Alten Flecken'

Oberfischbach wird mit seiner 1796 erbauten ev. Johanneskirche an der „Wanderroute“ des Pilgerweges, d.h. einem von der historischen Wegeführung der Brüderstraße abweichenden Wanderweg tangiert.

2007 wurde die Brüderstraße durch die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe als Pilgerweg (bzw. Elisabethpfad) ausgewiesen. Für die Stadt Freudenberg als Denkmalbehörde ergab sich daraus die Chance ihre an der Brüderstraße liegenden Bau- und Bodendenkmäler besser zu präsentieren.
Detlef Köppen

In den ev. Gemeindebüros in Freudenberg (Krottorfer Straße 19) und Oberfischbach (Kirchweg 4) sowie bei der Pfarrgemeinde St. Marien (Friedenshortstraße 13) sind während der Geschäftszeit die Stempel für die Pilgerausweise erhältlich.

Weitere Informationen erhalten Sie beim ►Verkehrsverein Luftkurort Freudenberg sowie auf der Internetseite www.jakobus-info.de und bei ►Wikipedia

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