kulturregion südwestfalen

Gruppen/ Institutionen

Alte Schmiede

Gastronomie / Unterkunft

Steinbach 1
58339 Breckerfeld

E-Mail: info@alte-schmiede-breckerfeld.de
URL: www.alte-schmiede-breckerfeld.de

Überschrieben mit der “Bitte des Kleinschmiedes Heinrich Kuehne zu Steinbach, Landgemeinde Breckerfeld, um Ertheilung der Conzession zum Betriebe der Schenkwirthschaft” war dem Herrn Amtmann Noelle, wohlgeboren in Breckerfeld, unter Datum des 27. Februar 1881 folgendes Gesuch übermittelt worden:

“Ich beabsichte hierselbst in meinem Hause Nr. 162 eine Schenkwirthschaft zu errichten. In demselben ist bis vor mehreren Jahren eine solche betrieben worden. Diese hat der frühere Wirt Löwen nur auf Veranlassung seiner Angehörigen, weil der dem Trunke etwas zugeneigt gewesen sein soll, aufgegeben. Da hier der öffentliche Weg von Breckerfeld nach Rüggeberg vorbeiführt und diesen viele Leute passieren, wirt öfter hier nach Getränken gefragt. Indem ich bemerke, daß ich durch den mitgemachten Feldzug gegen Frankreich meinem Geschäft häufig nicht so vorstehen kann, wie es sich gehört, bitte ich Euer Hochwohlgeboren ganz ergebenst, für mich die Conzession zur Schenkwirthschaft geneigtest erwirken zu wollen.

Euer Wohlgeboren ergebenster Heinrich Kuehne.”

Diese erbetene Konzession hat er niemals erhalten. Die Schmiede diente fortan als Stall und Unterstellschuppen. Am Bauernhof vorbeiziehende hungrige und durstige Wanderer, die bei der Familie an die Tür klopften, bekamen dennoch ein Glas Milch, frisches Quellwasser oder eine Schüssel Dickmilch mit Zucker und Zwieback. 1964 musste eine Entscheidung getroffen werden: Aufgabe des über 350 Jahre im Familienbesitz befindlichen Hofes mit Haus und 'Alter Schmiede' oder mit Elan, Fleiß und Phantasie den Kampf aufnehmen!? Helmut Kühne, der Urenkel des Antragstellers, hatte mit dem 1964 eingereichten Antrag auf Erteilung einer Konzession für eine Gaststätte mehr Erfolg. Er bekam sie auf Anhieb. “Alte Schmiede” nannte er die nur aus einem Raum bestehende Gaststätte, die im landläufigen Sinne keine Kneipe, sondern mehr ein “Kaffeestübchen” sein wollte. Selbstverständlich gab es auch Bier (allerdings nicht vom Fass), einen guten Weinbrand und einen Klaren. Aber die 'Alte Schmiede' wollte ein beschaulicher Ort der Rast, des Ausruhens und der Erholung sein. Immer noch steht der Amboss mitten in der gastlichen Stube auf einem Eichen-Baumstumpf und obgleich viele alte Erinnerungen an die alte Werkstatt, wie z.B. der große Blasebalg, an das Freilichtmuseum im Mäckinger-Bach-Tal bei Hagen abgegeben worden sind, zieren Zeugen aus der alten Zeit die Wände: Schmiedeerzeugnisse wie Kohleschüppen, Zirkel, Hämmer und Nägel, die mit Hilfe von Schmiedefeuer, Hammer, Amboss und Menschenkraft hergestellt wurden.
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