kulturregion südwestfalen

Gruppen/ Institutionen

Bärenberger Stollen

Brauchtum / Heimatkultur

Bärenberg
58840 Plettenberg


Im märkischen Sauerland sind insgesamt 173 Stellen bekannt, an denen Erz abgebaut wurde. Sie lagen zunächst sehr verstreut, doch bildeten sich mit wachsender Bevölkerungsdichte Bergbau-Schwerpunkte heraus - zuerst im Raum Lüdenscheid und Altena, später dann in Iserlohn, Hemer, Herscheid und Plettenberg. Im Laufe der Jahrhunderte existierten auf dem heutigen Gebiet der Stadt Plettenberg vier Bergbauzentren, in denen Kupfer, Eisen, Zink, Blei, Silber und Schwefelkies abgebaut wurden: Die Grubenfelder auf dem 'Bärenberg' und dem 'Heiligenstuhl' im Osten der Stadt, das Bleibergwerk 'Zeche Brandenburg' am Saley, die Zinkerzgruben 'Emilie' und 'Theodora' im Ortsteil Blemke sowie die Erzfelder im Bereich der 'Hohen Molmert'. Der älteste, namentlich bekannte Stollen ist der auf dem Bärenberg, welcher 1047 in einer Schenkungsurkunde Erzbischof Hermanns II. von Köln an das Severin-Stift erwähnt wird. Man kann allerdings davon ausgehen, daß schon vor diesem Zeitpunkt Erze abgebaut und in Rennöfen verhüttet worden waren, was auch zahlreiche Schlackenfunde im Plettenberger Raum beweisen. Auch in den Jahrhunderten danach fand der Bärenberger Stollen häufig Erwähnung. So in einer Urkunde von 1338, in der die 'Koppern-Groven (= Kupfer-Gruben) up dem Bermberg im Kerchspiel Plettenbracht' als ergiebige Fundorte genannt wurden. Während des 30-jährigen Krieges wurde der Stollen, der den Namen 'Trau auf Gott' führte, in 'St.Caspar“ umbenannt, wobei sich diese Bezeichnung bis heute erhalten hat. 1627 wurde das Bergwerk wegen drohender Kriegsgefahr ein erstes Mal stillgelegt. 1650 wurde die Arbeit zwar erneut aufgenommen, mußte aber auch in den folgenden Jahrzehnten immer wieder für einige Zeit eingestellt werden, weil die Abbaukosten zu hoch waren. 1776 wurde neben den zwei bereits bestehenden Stollen ein weiterer angelegt, doch stellte sich bald heraus, daß sich eine erweiterte Förderung nicht lohnen würde. Die letzten Aufzeichnungen über den Kupferabbau stammen aus der Mitte des 19.Jahrhunderts. Um 1900 schließlich wurden die Gruben dann endgültig stillgelegt. 1921 und zu Beginn des 'Dritten Reiches' dachte man noch einmal kurzzeitig an die Wiederaufnahme der Bergbautätigkeit auf dem Bärenberg. 1935 wurden noch einige Kupferproben entnommen, zum Abbau kam es dann aber doch nicht. Das Bergwerk selbst besteht aus zwei übereinander verlaufenden Stollensystemen, die durch Blindschächte ('Gesenke“) miteinander verbunden sind. Der obere Stollen ist fast 1000 Jahre alt, der untere hingegen wesentlich jünger. In den engen und feuchten Gängen wurde im Schein einer trüben Öllampe - dem 'Sauerländer Frosch' - gearbeitet. Das abgebaute Erz wurde mit Hilfe einer Seilwinde ans Tageslicht befördert oder mit Karren aus dem Stollen herausgefahren und auf Halden gekippt. Die Erzbrocken wurden anschließend zerkleinert, gewaschen und zur Schmelzhütte gebracht, die im Grünetal stand und im Laufe des 1.Weltkrieges abgebrochen wurde. Seit 1982 ist der Bärenberger Stollen unter Denkmalschutz gestellt. Er kann unter fachkundiger Leitung bis zu den Einsturzstellen begangen werden. Die Eingänge ('Mundlöcher“) sind durch Gitter versperrt, die das Betreten durch Unbefugte verhindern und zugleich Fledermäuse und Feuersalamander schützen, die in den feuchten Gangsystemen überwintern.. Außenbesichtigung jederzeit Baujahr 1338 Ansprechpartner: Frau Broge-Kirchsträßer, Herr Martin Zimmer
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