kulturregion südwestfalen

Gruppen/ Institutionen

Bald´sche Schmiede

Brauchtum / Heimatkultur

Arfetalstraße
57319 Bad Berleburg

E-Mail: E-Mail: info@bad-berleburg-tourismus.de
URL: www.arfeld.de

Die Schmiede in der Arfetalstraße wurde 1856 von dem Schmied und Landwirt Johann Heinrich Bald an das vorhandene Backhaus angebaut. Sie diente zunächst als Zuerwerbsbetrieb zu der bestehenden Landwirtschaft.

Der nahe Arfebach bewog Johann Heinrich Bald jun., bei seinen Bauplänen die Nutzung der Wasserkraft einzubeziehen. 1907 erfolgte daher eine umfassende Erweiterung um eine Wagnerei, einen Überbau für geschützten Hufbeschlag und den Aufbau eines neuen Stockwerks mit Anlage eines oberschlächtigen Wasserrades. Die Pläne wurden von dem Architekten Heinrich Rompel, Schwarzenau, erstellt und am 15.06.1907 wurden die Baumaßnahmen vom Kreisausschuss genehmigt. Der Bezirksausschuss erteilte am 10.08.1925 die wasserrechtliche Genehmigung. Das Wasserrad trieb mit seinen 24 Schaufeln aus Metall nun verschiedene Geräte und Maschinen an. Die Kraftübertragung erfolgte – damals wie heute – auf ein Zahnradvorgelege, dann die Übersetzung auf ein Schwungrad und mittels Drahtseil auf eine Zwischenwelle der Transmission. Die Maschinen, wie Bandsäge mit Fräse, Bohrständer und Schleifbock, konnten einzeln zugeschaltet werden.

Johann Heinrich Bald jun. und sein Sohn Heinrich Bald waren nun in der Lage, die für die hiesige Landwirtschaft und Holzindustrie erforderlichen Wagen in Holz- und Stahlbauweise sowie andere landwirtschaftliche Geräte unter einem Dach in Schmiede und Wagnerei zu produzieren. Bereits 1907 wurden ein Geselle und ein Lehrling beschäftigt. Das Beschlagen von Ochsen, Kühen und Pferden gehörte zur täglichen Arbeit. Für die örtliche Holzindustrie wurden Spezialgeräte und Werkzeuge gefertigt. Im zweiten Weltkrieg und danach – also in der „schlechten Zeit“ – fertigte Bald’s Onkel Heiner, so wurde der letzte Schmied genannt, auch noch den heute nicht mehr bekannten Schuhbeschlag, wie Absatzeisen, vordere Plättchen und Sohlennägel an.

Letzter hauptberuflicher Schmied war Heinrich Bald. Im Jahr 1976 wurde der Schmiedebetrieb eingestellt. Im Jahre 1984 wurde die verwaiste Schmiede und Wagnerei auf Initiative des Heimatvereins Arfeld e.V. von der Stadt Bad Berleburg übernommen. Der Kaufpreis wurde durch Spenden, die der Verein zusammentrug, aufgebracht und in unzähligen Arbeitstunden reparierten und restaurierten Mitglieder des Heimatvereins Schmiede, Wagnerei, Werkzeuge und Maschinen. 1991 wurde die Bald’sche Schmiede neu eröffnet. Seitdem finden Vorführungen der Schmiedetechnik statt und die in der Wagnerei und Schmiede gefertigten handwerklichen und landwirtschaftlichen Gerätschaften können im Obergeschoss besichtigt werden.

Die Schmiede ist eingebunden in ein Kulturprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Räume dienen bei dörflichen Veranstaltungen auch der Allgemeinheit. Im Jahr 2004 wurde ein Anbau für den nach Originalzeichnungen nachgebauten „Arfelder Hammer“, der bereits im Jahre 1912 mit Wasserkraft ganz in der Nähe betrieben wurde, errichtet. Der Backofen des Backhauses wird mehrmals jährlich zum Brot oder auch Fleischwurst backen genutzt.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft historischer Stadt- und Ortskerne NRW - www.hist-stadt.nrw.de

Veranstaltungen, Öffnungzeiten
Die Schmiede ist von April bis Oktober jeden 1. und 3. Samstag von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr geöffnet und wird seit 01.04.2009 auch als Trauzimmer des Standesamtes genutzt.

Anfahrt / Lage
Mit dem PKW:
von Norden: A 33 / A 44 Autobahnkreuz Bad Wünnenberg / Haaren über B 480
von Süden: A 45 Abfahrt Dillenburg über B 252 / B 62 / B 480

Mit der Bahn:
Rothaarbahn Siegen-Bad Berleburg

Auskünfte auch bei:
Bad Berleburg Markt und Tourismus e.V.
Poststraße 44
57319 Bad Berleburg
Tel.: 0 27 51 / 93 63 - 3
Fax: 0 27 51 / 93 63 - 43
E-Mail: info@bad-berleburg-tourismus.de
Internet: www.bad-berleburg.de
www.bad-berleburg-tourismus.de
Karte lädt ...