kulturregion südwestfalen

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Eisenbahnviadukt über den Hundembach

Sehenswürdigkeit

Heitmicke
57399 Kirchhundem


Es handelt sich um eine dreibogige Eisenbahnbrücke, die in bossiertem Quadermauerwerk aus heimischem Porphyr errichtet worden ist. Das Objekt wurde am 15. März 2006 in die Denkmalliste der Gemeinde Kirchhundem eingetragen. Die Brücke liegt an der am 30. Juni 1914 eröffneten Bahnstrecke von Altenhundem (heute Lennestadt) nach Birkelbach (heute Erndtebrück). Sie ist gekennzeichnet durch zwei Kanzeln auf jeder Seite und ein einfaches Eisengeländer. Kanzeln und Geländer sind in jugenstilhaften Formen gestaltet. Die Brücke gehört heute zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen der Strecke Altenhundem-Birkelbach. Sie ist bedeutend für die Geschichte des Menschen wie für die Gemeinde Kirchhundem, weil sie die regionale Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte anschaulich dokumentiert.

Eine wichtige Nebenstrecke zur 1861 eröffneten Rurh-Sieg-Eisenbahn war für das Amt Kirchhundem die Bahnlinie von Altenhundem nach Birkelbach. Schon kurz nach 1861 gab es hinbsichtlich der Streckenführung Überlegungen, die der später dann gebauten Strecke erstaunlich nahe kamen. Gedacht war an eine Verbindung der Ruhr-Sieg- und der Main-Weser-Bahn mit einer Linienführung von Altenhundem über Biedenkopf nach Marburg. Wegen der Kriege in den Jahren 1866 und 1870/71 musste das Projekt zwar zunächst aufgegeben werden, wurde aber gegen Ende des 19. Jahrhunderts wieder aufgenommen.

Im Dezember 1905 wurde die Erlaubnis zu allgemeinen Vorarbeiten für die Bahnlinie erteilt, 1910 begannen die Arbeiten des Teilabschnitts von Altenhundem nach Heinsberg (heute Kirchhundem). Bei der Ortschaft Böminghausen war der Bau eines großen Viaduktes erforderlich, der bedauerlicherweise nicht erhalten werden konnte.

Am Ende des Zweiten Welktrieges wurden einige Brücken der Strecke gesprengt, um den Einmarsch der amerikanischen Truppen zu verzögern. Danach erfolgte lediglich noch Gütertransport bis zum Bahnhof Würdinghausen, der aber 1981 eingestellt worden ist.

Bei der Eisenbahnbrücke handelt es such um ein anschauliches Zeugnis der Brückenbaukunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In traditionellen Bauformen und in heimischem Material errichtet, dokumentiert das Objekt die Baugesinnung jener Zeit. Nach Abbruch des Böminghauser Viaduktes 1997 kommt ihm besonderer Dokumentationswert für die Brückenbauwerke innerhalb des betreffenden Streckenabschnitts zu.

Aufgrund seiner Lage im Bereich der Ortseinfahrt von Kirchhundem ist der Viadukt besonders ortsbildprägend.

Der Trägerverein Baudenkmal Heitmicke-Brücke in Kirchhundem e.V. bemüht sich derzeit um eine Renovierung und langfristige Erhaltung des Bauwerks.
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