kulturregion südwestfalen

Gruppen/ Institutionen

Ginsburg und Hammergewerkehaus

Sehenswürdigkeit

Schlossberg 1
57271 Hilchenbach


URL: www.hilchenbach.de

Die Ginsburg als markanter Routenpunkt am Rothaarsteig gilt für Wanderer, Natur- und Heimatfreunde als gastliche Rast mit weitem Panoramablick von der Plattform des wiedererrichteten Bergfrieds. Die Ruine der Ginsburg liegt im Gebiet der Stadt Hilchenbach im Ortsteil Grund. Die Ginsburg ist eine Höhenburg und wurde auf einem 590 m hohen, steil abfallenden Erosionsrand des Ederhochlandes erbaut.

►Kontakt + Öffnungszeiten
►Gastronomieangebot
►Verkehrsanbindung

Der Schlossberg wird in der Volksüberlieferung 'Geisenberg' genannt und ist mit dem Giller-Gebirge durch einen Sattel verbunden, der an seiner schmalsten Stelle 30 m breit ist. Die Burg liegt strategisch sehr günstig. Schon früh war die Ginsberger Heide ein zentraler Verkehrsknotenpunkt. Sie war Kreuzungspunkt verschiedener Fernstraßen, die über die langen Höhenkämme aus dem Rhein-Main-Gebiet kamen, außerdem war sie eine Drehscheibe zwischen dem Sieger-, Sauer-, und Wittgensteiner Land sowie dem Dillgebiet. So führte zum Beispiel die Eisenstraße aus dem Dillgebiet an der Ginsburg vorbei in das Sauerland. So konnten die Besitzer den Verkehr über die Ederhochfläche gut kontrollieren und sichern.

Geschichte der Ginsburg
Auf dem Felsengrund einer Grauwacken-Schieferbank gründeten Ende des 11. oder Anfang des 12. Jh. unbekannte Bauherren in einem sicherlich nicht vollendeten, dann verfallenen Ringwall einer späteisenzeitlichen Wehranlage eine vierkant gemauerte Turmburg. Ihre Errichtung mag auf sächsisch-westfälische Vorstöße in das ehemals fränkisch - sächsische Grenzwaldgebiet oder gar auf Auseinandersetzungen zwischen der Kölner und Mainzer Erzdiözese, deren Kirchenprovinzen im Siegquellgebiet aneinander stießen, zurückzuführen sein. Mit einiger Wahrscheinlichkeit kann deshalb gesagt werden, daß die Turmburg gegen das Siegener Land gerichtet war.

Unter dem heute gebräuchlichen Namen 'Ginsberg' oder 'Ginsburg' kommt die - in der Hilchenbacher Gemarkung Grund liegende - Bergfeste ebenfalls erst 1292 vor. Ihre Bedeutung im Mittelalter wird anhand der Tatsache deutlich, daß ihr Besitzer - der Graf von Nassau - sich 1384 und 1389 von König Wenzel (1378 - 1400) mit einem Freien Stuhl auf dem Ginsberge belehen ließ. Das ist um so bemerkenswerter, als Femgerichte außerhalb Westfalens, zu dem das Siegerland erst seit 1817 gehört, nicht anzutreffen sind. Im Jahre 1568 war die Ginsburg in ein europäisches Geschehen einbezogen. Prinz Wilhelm von Nassau-Oranien besprach hier seinen ersten Feldzug zur Befreiung der Niederlande. Auf der Ginsberger Heide sammelte sein Bruder Ludwig den dritten Heerbann. Dem Gedenken an dieses Geschehen und der Jugend Europas dienen heute die seit 1961 in mühseliger Kleinarbeit restaurierten Reste der Ruine Ginsburg.

Hammergewerkehaus
In unmittelbarer Nähe des auf dem Sockel des alten Bergfrieds errichteten Turmes und der sogenannten Vorburg, also noch auf dem Gelände des Schlossberges, steht seit 1975 auch ein Fachwerkgebäude. Es ist ein unter Verwendung alter Bausubstanz originalgetreu nachgebautes Hammergewerkehaus, das ursprünglich in der ehemaligen Gewerbesiedlung an der Ferndorf in Boschgotthardshütten (heutiges Stadtgebiet von Siegen-Weidenau) stand. Neben der im Original erhaltenen Haustüre befindet sich ein kleiner Raum, in dem mit Ausstattungsstücken des 19. und frühen 20. Jahrhunderts eine Siegerländer Küche eingerichtet worden ist.

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Kontakt + Öffnungszeiten


Der Turm ist grundsätzlich tagsüber immer zu besteigen. Die Ausstellungsräume sind ganzjährig samstags und sonntags von 13.00 bis 18.00 Uhr zu besichtigen. Aktuell können Sie die Möglichkeit bei den Eheleuten Wied (Tel. s.u.) erfragen oder auch für Gruppen besondere Öffnungszeiten vereinbaren.

Eintrittspreise
Für die Turmbesteigung zahlen Erwachsene 1 € und Kinder 50 Ct.

Führungen
Besichtigungen der Burganlage mit Erläuterungen zur Geschichte der Ginsburg und des Siegerlandes sind nach Vereinbarung möglich. Ansprechpartner: Herr Christoph Heilmann, Tel. 02733-4948, E-Mail: ch.heilmann@freenet.de

Eigentümer und Träger der Ginsburg
Siegerländer Burgenverein e.V. und Verein zur Erhaltung der Ginsburg e.V., Ansprechpartner: Herr Dr. Alexander Wollschläger, Tel. 02738-8909. Spenden zur Erhaltung der Ginsburg sind willkommen.

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Gastronomieangebot


Ginsburger Kaffeestube im Hammergewerkehaus
Das Gebäude als Bistro genutzt. Angeboten werden Kaffee, Kuchen und kleineren Gerichten. Geschlossenen Gesellschaften können, neben der Hans-Hübner-Stube (20 Plätze), auch die Wachtstube (40 Plätze) und die Vorburg (50 Plätze) anmieten.

Geöffnet: Donnerstag und Freitag: 13.00 bis 17.30 Uhr, Samstag und Sonntag: 11.00 bis 18.00 Uhr sowie für Gruppenveranstaltungen (zum Beispiel mit Grillfest oder kalt-warmem-Buffet) auf Voranmeldung.
Kontakt: Gudrun und Willi Wied, Tel. 02733 - 7402, Fax 02733 - 129871

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Verkehrsanbindung


Die Ginsburg ist zu Fuß vom Bahnhof Vormwald (an der B 508 bzw. der 'Rothaarbahn RB 93) oder vom Hilchenbacher Stadtteil Lützel (Hochplateau Ginsberger Heide) zu erreichen.

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