kulturregion südwestfalen

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Hohlwege am 'Krombacher Schlag' - Alte Landstraße (Napoleonweg)

Brauchtum / Heimatkultur

Napoleonstraße
57223 Kreuztal

E-Mail: J_Boecking@kreuztal.de
URL: www.kreuztal.de

Krombacher Schlag auf dem 'Alten Heck' - historischer Grenzübergang an der Siegener Landhecke

Von der alten Wegtrasse im Bereich des 'Krombacher Schlags' sind heute noch zahlreiche Hohlwege zu erkennen und zwar sowohl auf der Nassauischen wie auf der Kur-Kölnischen Seite. Sie scheinen teilweise älter zu sein als der Grenzdurchgang da sie nicht immer der Richtung des Schlags folgen. Es ist davon auszugehen, das dieses Teilstück einer Kunststraße, die von Frankfurt über Siegen, Olpe, Meinerzhagen, Breckerfeld und Hagen (Hagen-Frankfurter Chaussee) weiter nach Holland führte, bereits als einfache Wegeverbindung seit dem Mittelalter bestand.


Die Siegener Landhecke umschloss als territoriale Landwehr vom 15. Jh. bis in die Mitte des 17. Jh. das nassauische Amt Siegen. Vor allem im nördlichen Siegerland bildet sie auch heute noch ein eindrucksvolles Geländedenkmal. Sie diente primär dem Schutz vor feindlichen Übergriffen, sicherte aber auch mit Schlagbäumen den Durchgang wichtiger Fernstraßen. Die Befestigung bestand aus einer Wall-Graben-Anlage und einem undurchlässigen Buschwerk, dem sog. 'Gebück'. Bei der Festlegung der Grenze zwischen Kurköln und Naussau-Siegen 1688 wurde die Landhecke als Orientierungslinie miteinbezogen und ist zum Teil als Grenze des Altkreises Siegen auch heute noch gültig.

Für das südliche Westfalen handelte es sich um das Wegestück vom 'Alten - oder Kölnischen Heck' bei Krombach über Siegen bis zur Kalteiche südlich von Wilnsdorf, das von Nassau-Oranien zwischen 1773 und 1783 gebaut wurde. Die relativ kurze Chaussee im nördlich angrenzenden Herzogtum Westfalen von Altenkleusheim über Olpe nach Drolshagen wurde 1782 begonnen und zum Ende des 18. Jahrhunderts fertiggestellt.

Die Landstraße (Napoleonweg) wurde zum Teil auf bereits seit dem Mittelalter bestehenden Verbindungen von Siegen über Krombach nach Olpe errichtet. In dem Teilstück zwischen Krombach und Altenkleusheim führt sie durch den ”Krombacher Schlag”, wo Spuren mehrerer parallel verlaufender Hohlwege erkennbar sind. Die Straßendecke ist in Teilbereichen noch gewölbt. An zahlreichen Stellen ist die alte Pflasterung, die aus kleinen Steinen unterschiedlicher Größe besteht, erhalten.

Die Hohlwege am 'Krombacher Schlag' sind ein Bodendenkmal der ►Stadt Kreuztal

Die 'Dicke Buche'
Die 'Dicke Buche' am Schlag, letztes Zeugnis der Landhecke. Das Wachstumsbild zeigt deutlich, dass sie nicht natürlich gewachsen ist, sondern Teil des 'Gebücks' war.

Alte Zeiten
Die Zeichnung zeigt die Situation am Krombacher Schlag vor ca. 200 Jahren.

Moderne Zeiten
An historischer Stelle wird der Napoleonweg heutzutage von der Bundesstraße 54 überbrückt. An der Trasse sind noch die Reste des Walls der 'Siegener Hecke' zu sehen.

Textvorlagen von Prof. Dr. Berthold Stötzel (Vorsitzender des Ortskuratoriums Deutsche Stiftung Denkmalschutz für dem Raum Siegen) aus der Ausstellung: 'Spuren der Vergangenheit: Vergessene Wege und Grenzen im Siegerland' sowie aus der Denkmalliste der Stadt Kreuztal.

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