kulturregion südwestfalen

Gruppen/ Institutionen

Mittelalterliche Bergbausiedlung Altenberg

Brauchtum / Heimatkultur

Littfelder Straße (oben auf dem Berg)
57223 Kreuztal

E-Mail: J_Boecking@kreuztal.de
URL: www.kreuztal.de

Ehemalige Bergbausiedlung und Ausgrabungsstätte Altenberg

Die Sage vom 'Almerich', vor etwa 200 Jahren schriftlich zum ersten Mal festgehalten, berichtet von einer Stadt auf dem Altenberg, die durch den Bergbau reich geworden war, wegen des Hochmuts ihrer Bewohner aber vom Erdboden vertilgt wurde. Als in den 1960er Jahren einige Heimatfreunde Scherben und Metallteile auf dem Altenberg fanden und darauf folgend das Westfälische Amt für Denkmalpflege gemeinsam mit dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum 1970-1980 Ausgrabungen unternahm, kam tatsächlich eine Siedlung zu Tage, die unmittelbar mit dem Bergbau verbunden war. Es war eine der ersten systematischen Untersuchungen zum hochmittelalterlichen Bergbau in Europa, die in der Fachwelt großes Aufsehen erregten.


Der Beginn der Siedlung liegt etwa um 1200, und wohl noch vor dem Ende des 13. Jahrhunderts fand sie ein Ende. Die Leute wohnten vielleicht zuerst in den umliegenden Dörfern, bald aber wurden sie hier sesshaft. In Kellern, die in die Erde eingetieft waren, verwahrten sie ihr Werkzeug und das gewonnene Erz. Über den Kellern befand sich wohl ein aus Holz gebautes Wohngeschoss. Ein Gebäude, und zwar das unter dem 8 m hohen Aussichtsturm auf der Passhöhe gelegene, war besonders stattlich: es bestand aus einem quadratischen, mehrgeschossigen Teil und einem angebauten Keller, sicher ebenfalls mit Obergeschoss.

Ein in die Erde eingetieftes Flechtwerkhaus, ein kleines Holzhaus mit Kachelofen und Arbeitsschuppen vervollständigen das Bild. Wasserrinnen und einen Teich brauchte man für das Schlämmen des zu Tage geförderten Materials. Dazu kommen kleine und große Ofenanlagen zum Probieren und Aufbereiten des Erzes. Zahlreiche Funde von Tongefäßen, metallenen Werkzeugen und sogar farbige Textilien zeugen von den Bewohnern, tönerne Spinnwirtel und die Abfälle einer lederverarbeiteten Werkstatt von Tätigkeiten neben dem Bergbau.

Besonders aufwendig und aufregend war die Untersuchung der Schächte. Man fand einen, der nach vielen Mühen erfolglos aufgegeben worden war, weil keine Erzader getroffen wurde. Ein anderer wurde bis auf 22,5 m Tiefe ausgegraben, ohne dass das untere Ende gefunden wurde. Der ursprünglich hölzerne Ausbau war nach vollständig erhalten. Er kannte auf das Jahr 1218 datiert werden. Zwei horizontale Strecken führten einst zum Abbau. Heute wissen wir, dass die alten Bergleute bereits in Tiefen von 60 bis 90 m vorgedrungen sein müssen.

Der größte Teil der Funde ist im
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