kulturregion südwestfalen

Gruppen/ Institutionen

Schmiede und Haferkästen (Pungelscheid)

Brauchtum / Heimatkultur

Alt-Pungelscheid 9 und 10
58791 Werdohl


Die Burg Pungelscheid, die 1360 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, brannte 1797 fast vollständig ab, nur noch die Fundamente eines Rundturmes, einige Mauerreste sowie das Gewölbe im Keller einer heutigen Gastwirtschaft sind heute noch erhalten. Auf dem Gelände der ehemaligen Vorburg wurden nach dem Brand drei Gebäude errichtet, die zusammen mit den umliegenden Bauernhöfen das Ortsbild prägen: Ein Kornspeicher, ein Haferkasten sowie eine Huf- und Wagenschmiede. Das älteste Gebäude ist der Haferkasten, dessen unterer Teil 1803 im Auftrag von Diedrich Lengelsen und Peter Mayweg errichtet wurde. Der obere Teil, der ca. 1,50 m breiter ist und in Fachwerk ausgeführt wurde, stammt aus dem Jahre 1860. Haferkästen waren im märkischen Sauerland vor allem in der Zeit nach dem 30-jährigen Krieg aufgekommen Ihr Zweck bestand darin, die eingebrachte Ernte vor Feuergefahr zu schützen und damit das Überleben der Familie zu sichern. Die Haferkästen wurden daher immer in ausreichender Entfernung vom Bauernhaus errichtet. Der Pungelscheider Haferkasten diente später als Schweine- und Kälberstall, während im oberen Stockwerk eine Blasebalg-Werkstatt eingerichtet wurde. Als einziges Werkzeug, das zur Herstellung der Blasebälge diente, ist noch eine Hobelbank erhalten. 1828 wurde der Grundbesitz neu parzelliert und im gleichen Jahr die Schmiede und der Speicher gebaut. Letzterer hatte die gleiche Funktion wie der Haferkasten, war aber für das märkische Sauerland weniger typisch. Beim Speicher handelt es sich um ein einfaches Giebelhaus mit Satteldach, das über mehrere Jahrzehnte hinweg Eigentum der Familie Klüppelberg war Bis ca. 1925 wurde das Haus ausschließlich als Komspeicher genutzt, ehe dann im unteren Stockwerk ein Pferdestall eingerichtet wurde, der bis 1939 existierte. Heutzutage dient der Speicher als Garage. Bei der Schmiede handelt es sich um ein eingeschossiges Bruchsteingebäude, das ebenfalls lange Zeit zum Besitz der Familie Klüppelberg gehörte. Als Huf- und Wagenschmiede wurde sie für den Eigenbedarf genutzt und stand darüber hinaus den umliegenden Höfen zur Verfügung. Nach 1950 wurde sie stillgelegt. In den 1980er Jahren wurden die drei Gebäude mit Hilfe der Stadt Werdohl, des Märkischen Kreises und des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege renoviert. Während an Kornspeicher und Haferkasten z.T. Dach, Giebel und Fenster erneuert wurden, mußte bei der Schmiede das Mauerwerk ausgebessert werden. Außerdem wurde eine neue Esse eingebaut und die Feuerstelle wieder hergerichtet. Innenbesichtigung nach Anmeldung Baujahr 1803-60 Ansprechpartner: Ehepaar Büser, Frau Leisen
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