kulturregion südwestfalen

Die Regionale Kulturpolitik

Profile und Schwerpunkte der Kulturregion Südwestfalen

Profile und Schwerpunkte der Kulturregion Südwestfalen | Author

Natur, Mensch und Technik

Die starke Verknüpfung zwischen Natur, Mensch und Technik prägt in Südwestfalen das vielfältige Kulturleben – und hier liegt der Ansatzpunkt für die Regionale Kulturpolitik, mit der Stärken und Eigenarten der Region ins Bewusstsein gerückt und kulturell gestaltet werden können.

Kultur als Ergänzung des Nachhaltigkeitsdreiecks mit den Säulen Ökologie – Ökonomie – Soziales - das soll in der Kulturregion Südwestfalen Programm werden.


Die Natur: Eine Kulturlandschaft mit Ausblick

Oder Ausblick auf eine grüne Kulturlandschaft?
Die alte (nicht nur) Siegerländer Weisheit „haben wir Wasser, trinken wir Wein, haben wir kein Wasser, trinken wir Wasser“ spiegelt kurz und bündig die Abhängigkeit des eigenen Wohlstandes von der natürlichen Ressource Wasser wider. Aber mitunter auch die Tatsache, dass auch die Südwestfalen nicht nur dem Bier zugeneigt waren…Die Nutzung der natürlichen Ressourcen Wind, Wasser, Berge, Wald und (Erz)Gestein bildeten die Grundlage einer wirtschaftlichen Entfaltung, die sich bis heute stringent weiterentwickelt hat und an der Landschaft abzulesen ist.

Aber auch der Schutz dieser Ressourcen war seit jeher und ist heute mehr denn je von Bedeutung: Die ersten nachweisbaren Ansätze zur Ressourcenschonung finden sich im späten Mittelmittelalter, als, um dem steigenden Holzkohlebedarf gerecht zu werden und dennoch den Raubbau am Wald in Grenzen zu halten, die Niederwaldwirtschaft Einzug hielt . Eine florierende wirtschaftliche Entwicklung, das Aufkommen technischer Neuerungen sowie eine Zunahme der Bevölkerung seit der frühen Neuzeit führten jedoch dazu, dass im 19. Jh. Aufforstungen mit schnell nachwachsendem Nadelgehölz angeordnet wurden. Auf der anderen Seite formulierte an der Wende zum 19. Jh. die Jugendstilbewegung den Gedanken „zurück zur Natur“ und den Anspruch an ein ästhetisches Leben. Diese Idee wurde später von dem Deutschen Werkbund und der Bauhausbewegung aufgegriffen, die die unternehmerische Verantwortung für eine bessere (ästhetische) Gesellschaft einforderten. In unserer Region waren der Unternehmen Karl-Ernst-Osthaus mit dem von ihm entwickelten Folkwang-Gedanken in Hagen mit dem Ziel, Kunst und Leben zu verknüpfen, bekannte Träger dieses Gedankenguts.

Mittlerweile macht sich die Region stark für Green Tec, regenerative Energien, nachhaltiges Wirtschaften und unternehmerische Verantwortung. Die Touristiker der Region bauen auf Entschleunigung und Naturerlebnis als Erholungsquelle.

Den Kulturakteuren in der Region obliegen die Pflege, die maßvolle Weiterentwicklung und die Belebung der historischen Kulturlandschaft Südwestfalens.


Mehr Informationen finden Sie in unserer Rubrik „Eine Kulturlandschaft mit Ausblick“>>>


Der Mensch: Gestalter der Kulturregion

Um den Erhalt unserer kulturellen Infrastruktur, die Pflege der historischen Kulturlandschaft und die Belebung der Ort durch Kultur kümmern sich unzählige freiwillig engagierte Menschen der Region. Der Mensch ist ebenfalls eine Ressource, die schützenswert ist und fortwährend „Bestandsschutz“ braucht.

Die Kulturarbeit in der Region Südwestfalen muss daher „nachhaltig“ aufgebaut sein. Nachhaltig heißt zum einen, im Einklang mit unserer Kulturlandschaft, zum anderen aber auch, sich darum zu kümmern, dass in Zukunft die kulturelle Infrastruktur erhalten bleibt.
Daher ist die Förderung des Freiwilligenengagements in der Region von Bedeutung – hier müssen Lösungsansätze gefunden werden, um dem Abbau kommunaler Handlungsmöglichkeiten abzufangen, andererseits aber auch Strategien und Maßnahmen entwickelt werden, um die freiwillig Engagierten in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Kulturelle Bildung ist ein weiterer Grundpfeiler einer Kulturgesellschaft. Dabei geht es zum einen vor allem darum, junge Menschen mit dem Rüstzeug wichtiger Schlüsselkompetenzen auszustatten, damit diese ihren eigenen Weg in die Zukunft bewältigen können. Zum anderen gilt es aber auch, das Wissen und die sozialen Kompetenzen zu vermitteln, die der Mensch braucht, die Zukunft unserer sozialen Gesellschaft mitgestalten und mitverantworten zu können und zu wollen. Kulturelle Bildung hört aber nicht mit 20 Jahren auf, sondern zielt auf lebenslanges Lernen ab. Die Teilnahme und Teilhabe älterer Menschen an der Kultur(arbeit) steht hierbei ebenso im Fokus.

Die Querschnittsaufgaben Qualifizierung, Vernetzungen, (interdisziplinäre) Kooperationen sowie voneinander wissen und lernen ist wesentliche Fundamente zum Aufbau und zur Aufrechterhaltung einer innovativen und hochwertigen kulturellen Versorgung. Denn Kultur ist eben nicht nur das Sahnehäubchen, sie ist der Teig.


Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Rubrik "Nachhaltige Zukunft für unsere Kulturarbeit">>>



Die Technik: Lebendige Industriekultur mit solidem Fundament

Seit über 2.500 Jahren prägt die Dreierbeziehung zwischen Mensch, Natur und Technik die Region: natürliche Ressourcen gewinnbringend und effektiv zu nutzen, ist damals wie heute eine echte Herausforderung und zugleich der Auslöser zukunftsweisender Innovationen.

Schon in der Keltenzeit begann im Siegerland die Gewinnung und Verarbeitung von Eisen. Somit kann Südwestfalen mit Stolz auf eine lange, kontinuierlich verlaufende Wirtschaftsgeschichte zurückblicken: Die Verhüttung und Weiterverarbeitung von Eisen und anderen Metallen war jahrhundertelang der prägende Faktor für die südwestfälische Region. Berge, Wasser, Bodenschätze und mangelnde Alternativen führten zu einer frühen Spezialisierung der Einwohner auf die Metallhandwerke. Die in den Tälern angesiedelten historischen Produktionsstätten sind die Mütter moderner Betriebe mit hoch spezialisierten Industrieproduktionen. Südwestfalen ist ein nahezu typisches Beispiel für ein altes Metallgewerbegebiet, das eine lange und traditionsreiche Geschichte in eine nach wie vor solide und prosperierende industrielle Gegenwart mit guten Zukunftsprognosen transformieren konnte.

Heute sind internationale wirtschaftliche Beziehungen und die zukunftsweisenden Technologien südwestfälischer Unternehmen Ausdruck südwestfälischen Innovationsgeistes und Weltoffenheit - mit einer gehörigen Portion Verbundenheit zur regionalen Herkunft.


Die Kulturregion Südwestfalen arbeitet eng mit dem Verein „WasserEisenLand-Industriekultur in Südwestfalen“ zusammen, um die Industriekulturlandschaft der Region stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Dass dies gelungen ist, zeigen viele funktionierende Netzwerke und Projekte, die sich bei uns entfaltet haben – sei es das Netzwerk "Tatort Technik", der Festivalverbund „Live in den Fabrikskes“ und das kulturtouristische Projekt „Eisenstraße Südwestfalen“.

Eingehende Informationen finden Sie unter:
www.wassereisenland.de
www.eisenstrasse-suedwestfalen.de





Foto: Wendener Hütte

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