Ausschnitt aus einem 10 Euro Schein

1. September 2026 von 16 bis 18 Uhr

Online-Information und Austausch

Wie viel ist meine Kulturarbeit wert?

Honorare für Kunst- und Kulturschaffende

Eckdaten zur Veranstaltung

Wie viel ist meine Kulturarbeit wert?

Termin:  Dienstag, 1. September von 16 bis 18 Uhr

Ort: Zoom-Meeting: https://us02web.zoom.us/j/87482636111 / Meeting-ID: 874 8263 6111

Teilnahmegebühr:  kostenfrei

Eine Anmeldung ist nicht notwendig, einfach vorbeikommen. Bitte gebt Bescheid, wenn Ihr Unterstützung benötigt: servicebuero@kulturregion-swf.de

Veranstalter: Kulturregion Südwestfalen in Kooperation mit ver.di – Fachbereich Kunst und Kultur

Download der Einladung (PDF)

Inhalt: Worum geht es?

10 Euro Schein

Der Kunstmarkt ist ambivalent und ein Geldschein wird zur Geldanlage: Ein limitierter Siebdruck eines 10-Euro-Scheins (hier aus urheberrechtlichen Gründen nicht abgedruckt), der von dem Künstler James Rizzi handsigniert und gestaltet worden ist, erzielt auf dem Kunstmarkt mittlerweile über 3.000 Euro. Aber wie viel von diesem Bewusstsein für Kunst und Kulturarbeit kommt bei den Künstler:innen und Kulturschaffenden in der Region und vor allem im ländlichen Raum an? Und erreicht dieses Bewusstsein die Auftrager:innen und Veranstaltenden?

Die Mehrheit der Kulturschaffenden können nicht alleine von den Einnahmen aus ihrer künstlerischen Arbeit ihre Existenz sichern. Rund 50 % der Soloselbstständigen verdienen unter 2.000 Euro netto im Monat und liegen damit nah an der Armutsgefährdungsschwelle. Dazu kommt der Gender Pay Gap von 25 % in freien künstlerischen Berufen. Über 60 % der Künstler:innen müssen ihr Einkommen daher in einem „Einkommensmix“ erwirtschaften.

Vor allem im ländlichen Raum, in dem das bürgerschaftliche Engagement besonders hoch ist, gehen professionelle Kulturarbeit und Engagement oftmals ineinander über. Der künstlerische Amateurbereich ist wichtig für die Kulturgesellschaft, kann aber leider bisweilen zur Aufweichung von Honorarvorstellungen für professionelle Kulturakteur:innen beitragen. Aber wie kann man das eine vom anderen unterscheiden und gemeinsam eine Kulturgesellschaft gestalten ohne in Konkurrenz zu geraten? Warum wird der Wert von Kulturarbeit so unterschiedlich bemessen? Wie kann man den Wert von Kulturarbeit überhaupt messen? Und wenn ja, was ist angemessen? 

Gerade in Zeiten, in denen die kommunalen Kassen immer klammer und die Prognosen für die Wirtschaftskonjunktur in der Region immer schlechter werden, wird meistens zuerst bei den sogenannten freiwilligen Leistungen und damit an den Ausgaben für Kunst und Kultur gespart. Dabei ist die Kultur- und Kreativwirtschaft eigentlich ein wachsendes Marktsegment (2025 Anteil an der deutschen Bruttowertschöpfung 3,3 %), bei dem auch Arbeitsplätze geschaffen und für den auch Fachkräfte benötigt werden. 

Diese Fragen und eure Anliegen möchten wir mit euch am 1. September gemeinsam diskutieren. Außerdem stellen wir euch die Honorarmatrix für Künstler:innen des Landes Nordrhein-Westfalen vor, die seit letztem Jahr verpflichtende Grundlage für die Berechnung von Künstler:innen-Honoraren im Rahmen von Kulturförderungen des Landes NRW ist.


Gesprächspartner:innen

Lisa Mangold ist Gewerkschaftssekretärin und Leitung des Bereiches Kunst und Kultur in ver.di. Zudem ist sie stellvertretendes Mitglied im Beirat der Künstlersozialkasse sowie im Widerspruchsausschuss Musik der KSK. Gemeinsam mit Kreativen und Gewerkschafter:innen hat sie die ver.di Basishonorare entwickelt, die sich am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes orientieren. Mehr zu Lisa Mangold und zu ver.di-Fachbereich Kunst und Kultur.

Crauss ist seit den 1990er Jahren als freier Schriftsteller, Kulturpädagoge und Dozent für Kreatives Schreiben tätig. Er arbeitet in der Kulturellen Bildung sowohl in der Erwachsenenbildung als auch mit Kindern und Jugendlichen. Neben der Lyrik gehören populärwissenschaftliche Essays, „Gesprochene Lieder“, Nachdichtungen, Kurzprosa, Kritiken und Übersetzungen zu seinem Repertoire. Crauss lebt in Siegen.

Mehr Informationen zu Crauss.

Susanne Boecking, Geschäftsführung des RKP-Büros der Kulturregion Südwestfalen. Das RKP-Regionales Kultur Programm NRW ist ein Förderprogramm des Landes NRW, das kulturelle Kooperationsprojekte in den einzelnen Kulturregionen unterstützt. Frist ist hier der 30.9. Hier findet Ihr Informationen zum Förderprogramm RKP und hier zur Kulturregion Südwestfalen (=Hagen, Märkischer Kreis, Kreis Olpe, Kreis Siegen-Wittgenstein). 

Und ihr als Teilnehmende der Veranstaltung.

Weitere Informationen zur Vorbereitung

  • Honorarmatrix sowie weitere Links zum Thema Honorare.
  • Studie zur wirtschaftlichen und sozialen Lage von Soloselbstständigen und hybrid Erwerbstätigen in der Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW), dem öffentlichen Kulturbetrieb und Kulturberufen in Deutschland (2025)
  • WDR 3-Forum: Von der Kunst leben können – Honoraruntergrenzen in der NRW-Kultur
  • Der Kulturrat NRW kostenfrei Beratung für freischaffende Künstler:innen aller Sparten in NRW an. Zum Beratungsprogramm.