Tagung

Pflanztopf aus Pappe, darin bunte Blumenmurmeln und Schokolinsen und Aufkleber Regionales Kultur Programm NRW. Im Hintergrund der RKP-Flyer angerissen.

Ausgewählte Fotoimpressionen

Fotos: Bettina Görlitzer

Vier Frauen und ein Mann sitzen an einem kleinen runden Holztisch und diskutieren. Im Hintergrund ist die Bühne zu sehen, daneben die Holzträgerbalken und. Auf einem Tisch im Hintergrund steht ein Grammofon
Gruppenarbeit rund um einen kleinen Tisch mit sechs Personen, zwei davon männlich. Im Hintergrund ein alter Schrank mit einem Segelschiff darauf.
Frau Boecking steht mit Mikrofon auf der Bühne, davor sitzen die Teilnehmenden in dem historischen Ambiente der Schrabbenhofbühne an ihren Tischen.
Murmelrunden, die Teilnehmenden sitzen und stehen in Zweier- und Vierergruppen zusammen.
Frau Ziegert und Frau Rosenberg von kubia sitzen an einem Tisch, Frau Ziegert hält das Mikrofon und erzählt. Frau Rosenberg sitzt in einem Rollstuhl.
Frau Krell steht auf der Bühne vor dem Flipchart und präsentiert  ein Workshopergebnis.
Ulrike Wesely von MuT Sauerland steht auf der Bühne mit dem Mikrofon und stellt den Schrabbenhof vor. Daneben steht Susanne Boecking
Thomas Wewers mit Ulrike Burkert im Gespräch, Frau Burkert mit dem Rücken zur Kamera, daneben steht das kubia-Rollup
Die Teilnehmenden sitzen zu zwei oder zu dritt an ihren Tischen und sind in Diskussionen vertieft. Das Foto zeigt einen Überblick über den Raum im Schrabbenhof, der antik-gemütlich eingerichtet ist.
Auf einem Tisch liegt ein Zettel mit der Aufgabe 2: Diversitätskompetenz. Was müssen Gremienmitglieder können, um bei der Auswahl von Personen/Projekten chancengleich und bildungsgerecht zu handeln.
Frau Kühn und Frau Hölterhoff unterhalten sich stehend. Im Vordergrund Frau Lütticke und Herr Nolz sitzend ins Gespräch vertieft.
Zwei Frauen und zwei Männer sitzen an einem Tisch, zwei davon auf einem gemütlichen Sofa. Im Hintergrund ist die Bar zu sehen, die ganz aus dunklem Holz besteht.

„Hürden senken für kulturelle Teilhabe und Mitbestimmung“ - Rückblick auf die Frühjahrstagung Kulturrat Südwestfalen

Die Frühjahrstagung des Kulturrates Südwestfalen fand am 25. Mai 2023 nachmittags im Kulturgut Schrabbenhof in Kirchhundem statt.

Hürden senken

Kulturelle Arbeit kann in vielfältiger Weise ein Türöffner sein, zum Beispiel wenn es darum geht, die Vielfalt der Gesellschaft abzubilden und allen Menschen die Teilhabe und Teilnahme an unserer Kulturgesellschaft zu ermöglichen. Genau darum drehte sich die diesjährige Frühjahrstagung des Kulturrates der Kulturregion Südwestfalen. Unter dem Motto „Hürden senken für kulturelle Teilhabe und Mitbestimmung“ trafen sich dazu die Mitglieder des Kulturrates im Kulturgut Schrabbenhof in Kirchhundem. Nahezu jedes Mitglied des Kulturrates kam in Begleitung eines externen Experten in Sachen Vielfalt und Inklusion. Unter der Moderation von Susanne Boecking vom Servicebüro der Kulturregion Südwestfalen verbanden die Teilnehmenden die inhaltliche Arbeit am Thema mit einem regen informellen Erfahrungsaustausch.

Dabei war die Tagung gleichzeitig eine praktische Übung darin, Menschen mit ganz unterschiedlichen Einschränkungen einzubinden und ihnen zu ermöglichen, uneingeschränkt mitzuarbeiten und mitzudiskutieren. Das fing mit dem barrierefreien Zugang zum Tagungsort an, beinhaltete eine mit Hörhilfen kompatible Mikrofontechnik und bedeutete, visuelle Medien und gegebenenfalls auch sich selbst für Menschen mit Sehbehinderung zu beschreiben. Schnell bemerkten die rund 30 Teilnehmenden, wie einfach der Umgang miteinander über scheinbare Hürden hinweg dann sein kann, wenn gewisse Dinge beachtet werden.

Bisherige Workshops

Zum Einstieg in das Thema berichtete Susanne Boecking zunächst gemeinsam mit Cynthia Krell von der Südwestfalen Agentur über die Ergebnisse des gemeinsamen Reallabors „JETZT ALLE! Für eine Kultur der Vielfalt“, das im September 2022 in Kooperation mit der Theaterwerkstatt Bethel im Lyz in Siegen stattfand.

Über Möglichkeiten für barrierefreie Kulturarbeit ging es im Rückblick auf einen Workshop im März im Dunkelcafé in Siegen, den Susanne Boecking zusammen mit Jan Meyer-Krügel vom Dunkelcafé präsentierte.

Gruppenarbeit

Die Überleitung in den Workshopteil übernahmen Isabell Rosenberg und Annette Ziegert vom Kompetenzzentrum für Kulturelle Bildung im Alter und inklusive Kultur (kubia) aus Köln. Dabei waren alle Teilnehmenden aufgefordert, sich mit Chancengleichheit und Diversitätskompetenz in Gremien sowie im Bereich der Unterstützung und Förderung zu befassen.

Isabell Rosenberg berichtete beispielsweise, dass sie es oft erlebt habe, nicht wegen ihrer Kompetenz, sondern wegen ihrer Behinderung in ein Gremium gewählt worden zu sein, um eine Quote zu erfüllen. Aber letztlich, so betonte sie, habe sie nicht damit gehadert, sondern es als Chance verstanden, auf diesem Weg ihre Stimme und die Expertise einbringen zu können.

In kleinen Gruppen wurde schließlich über zwei zentrale Fragestellungen diskutiert: Welche Kompetenzen müssen Gremienmitglieder mitbringen, um bei der Auswahl von Personen/Projekten chancengleich und bildungsgerecht zu handeln? Und welche positiven Maßnahmen könnten Gremien nutzen, um sich vielfältiger aufzustellen? Bei den Antworten erarbeiteten die Gruppen weniger konkrete Handlungsempfehlungen als Kriterien wie Empathiefähigkeit oder Toleranz als wichtige Eigenschaften für die Mitglieder. Gremien sollen zudem offener für „Frischen Wind“ sein. Aufgaben der Gremien und auch der einzelnen Mitglieder sollten klar definiert sein und transparent gemacht werden. 

Fazit

Fakt ist: Eine vielfältige Kulturgesellschaft umfasst alle Menschen unterschiedlicher Religionen, Traditionen, Nationalitäten, Sprachen, Geschlechtsidentitäten, sexueller Orientierungen, mit und ohne Behinderung. Vielfalt ist eine Herausforderung, aber vor allem das Potenzial für eine teilhabegerechte Neugestaltung von Kulturarbeit. In Kürze werden die Ergebnisse der Tagung als Leitfaden veröffentlich, der für alle auf der Website der Kulturregion Südwestfalen abrufbar sein wird.

Pflanztopf aus Pappe, darin bunte Blumenmurmeln und Schokolinsen und Aufkleber Regionales Kultur Programm NRW. Im Hintergrund der RKP-Flyer.

Rausgehen und Vielfalt pflanzen

Als kleines Abschiedsgeschenk erhielten alle Teilnehmer:innen ein kleines Pflanztöpfchen, das mit bunten Blumenmurmeln und bunten Schokolinsen bestückt war. Als Erinnerung daran, dass eine vielfältig aufgestellte Kulturgesellschaft ebenso nachhaltig ist wie ein diverses Ökosystem.

Aus den Ergebnissen ist eine Anleitung entstanden, wie eine vielfältigere Teilhabe und Beteiligung in Gremien gelingen könnte. Das "Starterset Vielfalt - Hürden senken für kulturelle Teilhabe und Mitbestimmung in der Gremienarbeit" ist als PDF-Download (barrierefrei) erhältlich.

Der Kulturrat Südwestfalen:

Als regionales Netzwerk von Kulturfachleuten aus verschiedenen Organisationen mit unterschiedlichen Hintergründen und Zugängen ist der Kulturrat Südwestfalen Repräsentant für die Kultur in der Kulturregion Südwestfalen im Rahmen des Regionalen Kultur Programm NRW (RKP). Unter anderem bildet der Kulturrat Südwestfalen die Jury für Beratung und Qualifizierung von Projekten des RKPs. Zudem versteht sich der Kulturrat Südwestfalen versteht sich als Motor für die Weiterentwicklung, Festigung und bessere Wahrnehmung von Kulturarbeit in der Kulturregion Südwestfalen. Die Kulturregion Südwestfalen ist eine von zehn Kulturregionen in Nordrhein-Westfalen, die gemeinsam den Grundgedanken des Regionalen Kultur Programms NRW – kurz RKP – vor Ort umsetzen. Die Kulturregion Südwestfalen wird gebildet von der kreisfreien Stadt Hagen, dem Märkischen Kreis sowie den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein.

Zum Kulturrat Südwestfalen

Pressetext: Bettina Görlitzer, freiberufliche Redakteurin

Mitwirkende an der Frühjahrstagung

An der Frühjahrstagung des Kulturrates Südwestfalen am 25. Mai in Kirchhundem waren beteiligt:

  • Beckmann, Ulrike, FD Schulen, Sport und Kultur des Kreises Olpe
  • Benthien, Patricia, Stadt Iserlohn - Kulturbüro und Parktheater
  • Burkert, Ulrike, Regionalrat Arnsberg
  • Chardey Dr., Benjamin, Kommunales Integrationszentrum Hagen
  • Engelmann, Miriam, Stadt Iserlohn - Ressort Kultur. Kulturbüro und Parktheater
  • Freigang, Yasmine, LWL-Kulturabteilung - Strategische Beratung / Kultur in Westfalen
  • Gorille, Ralf, Beirat für Menschen mit Behinderung Iserlohn
  • Hertel Dr., Sandra, Städtische Museen Iserlohn, Verein WasserEisenLand e.V.
  • Hölterhoff, Marion, Vorsitzende Cochlea Implantat Verband NRW
  • Kirchner, Klaus-Peter, Aktion-Kunst-Stiftung Soest
  • Krämer, Mandana, PUSH e.V. Hilchenbach
  • Krell, Cynthia, Südwestfalen Agentur
  • Kühn, Heike, PUSH e.V. Hilchenbach
  • Loi, Cristina, Bezirksregierung Arnsberg, Dezernat 48
  • Lütticke, Petra, Behindertenbeauftragte des Kreises Olpe
  • Meyer-Krügel, Jan, Gesellschaft für Friedenserziehung e. V., Dunkelcafé Siegen
  • Monse, Tanja, Integrationsagentur AWO Hagen / MK
  • Nolz, Bernhard, Gesellschaft für Friedenserziehung e. V., Dunkelcafé
  • Oesterhaus, Maike, Soester Tafel e.V.
  • Schröer, Olav, Integrationsagentur Caritasverband Hagen
  • Stenz, Anna Maria, AllerWeltHaus Hagen e.V.
  • Dr. Tretow, Christine, IHK Siegen
  • Wellpott, Mona, Kulturbüro der Stadt Hagen
  • Wewers, Thomas, Integrative Kulturwerkstatt Alte Schule Lüdenscheid
  • Wunderlich, Alexandra, Regionalrat Arnsberg

Team Kubia – Kompetenzzentrum für Kultur und Bildung im Alter und inklusive Kultur: Rosenberg, Isabell (Workshopleitung)

und Ziegert, Annette (Workshopleitung)

Team Kulturregion Südwestfalen: Boecking, Susanne (Leitung, Moderation), Völmicke, Marita (technische und organisatorische Assistenz), Görlitzer, Bettina (Freie Redakteurin)

Danke an das Team vom Schrabbenhof in Kirchhundem-Silberg, also den Akteurinnen von MuT Sauerland, für die Gastfreundlichkeit und die tolle Versorgung. 

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